Schweizerische Nationalbank

  • Banquier und Banker – Wie sich Werte verändern

    Unterschiedliche Ausbildungen, Lohnsysteme und Unternehmens­strategien bringen ihren eigenen Menschentypus mit seinen spezifischen Werten hervor: anhand dieses Gedankens zeigt Alexander Baumannn in seiner Maturarbeit «Banquier und Banker – Wie sich Werte verändern» auf, welche Folgen der Kultur­wandel vom Banquier zum Banker in der Finanzwelt gehabt hat. Während für den «Banquier der alten Schule» langfristige Kundenbetreuung, beständige Geldanlagen und Loyalität zum Unternehmen wichtige Werte sind, orientiert sich der neumodische «Banker» am eigenen Aufstieg und am persönlichen Gewinn, der ihm auf der Basis seiner Verkaufs- und Handelserfolge zugestanden wird. Diese Unterscheidung sei übertrieben, meinen einige der vom Autor interviewten Persönlichkeiten, doch in der grundlegenden Problematik ist man sich einig: Zu viel Vertrauen in riskante Anlagekonstrukte und zu hohe Boni und Abgangsentschädigungen fördern eine Bankerkultur, die einen massgeblichen Anteil an der Entstehung der Finanzkrise hat.

    Kommentar aus fachlicher Sicht

    Angesiedelt an der Schnittstelle von Wirtschafts- und Sozial­wissenschaften, besticht Alexander Baumanns Maturaarbeit durch die Schilderung von Effekten wie der Verdrängung intrinsischer durch extrinsische Motivation, der falschen Selektion von Mitarbeitern oder der Verschiebung von lang- zu kurzfristigen Zielen. Der grosse Interview- und Leseaufwand des Autors findet einen bereichernden Niederschlag in dieser Arbeit zu «Banquier» und «Banker», in der nur eine Frage offen bleibt: Woher kommen diese Begriffe eigentlich?

    Kategorie:Kategorie 2
    Thema:Offenes Thema
    Art der Arbeit:Gymnasiale Maturaarbeit
    Autorenschaft:Einzelprojekt
    Schultyp:Gymnasium
    Schule:Freies Gymnasium Zürich
    Verantwortliche Lehrperson:Regina Umbricht Samuels
  • Einfluss der Finanzkrise auf die mexikanische Immigration in die USA

    Bereits 1994 machte Mexiko mit der «Tequila-Krise» eine hausgemachte Währungs- und Bankenkrise durch. 2008 schlitterte das Land erneut in eine Rezession: Die Finanzkrise traf die mexikanische Wirtschaft enorm, gemessen am Rückgang des BIP sogar härter als die Wirtschaft im Ursprungsland der Krise, den USA. Als Austauschschüler in der texanischen Grenzstadt El Paso konnte Lorin Fasel beobachten, wie eine Vielzahl von Menschen täglich die Grenze von Mexiko in die USA passiert, um dort Arbeit zu finden. In seiner Maturaarbeit «Wie die Finanzkrise die mexikanische Immigration in die USA beeinflusst hat» fördert er nun Erstaunliches zutage: nicht etwa mehr, sondern weniger Menschen migrieren seit Ausbruch der Krise aus Mexiko in die USA. Nach der Einschätzung des Autors ist der wichtigste Grund dafür derjenige, dass in Krisenzeiten Immigranten aus ärmeren Ländern immer die ersten sind, die eine höhere Arbeitslosenquote zu spüren bekommen: Das Leben in den USA wird somit für Mexikaner weniger attraktiv.

    Kommentar aus fachlicher Sicht

    Lorin Fasel wertet in seiner gut strukturierten Arbeit die einschlägige Literatur, geeignete Statistiken und selbstgeführte Interviews aus. Die Gründe für die veränderten Migrationsströme zwischen Mexiko und den USA werden dabei einleuchtend beschrieben. Ein Bezug auf die Theorie – z.B. anhand von Modellen, welche Migration anhand von «Push-» und «Pullfaktoren» erklären – hätte sich zur Vertiefung der Sachverhalte zusätzlich angeboten.

    Kategorie:Kategorie 2
    Thema:Offenes Thema
    Art der Arbeit:Gymnasiale Maturaarbeit
    Autorenschaft:Einzelprojekt
    Schultyp:Gymnasium
    Schule:Kollegium St. Michael
    Verantwortliche Lehrperson:Franz Brügger
  • Finanzmarktkrise und Wirtschaftskrise

    Im Rahmen ihrer Maturaarbeit «Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise – Ursachen, Auswirkungen, Massnahmen» gibt Anja Jeitziner einen umfassenden Überblick über die jüngste Wirtschaftskrise. Zu Beginn erläutert sie die Gründe und die Gegebenheiten in den USA, die schlussendlich zur Finanzmarktkrise geführt haben. Dazu zählen die tiefe Sparquote, die Kreditfinanzierung des amerikanischen Konsums durch andere Länder und die Regulierungsprobleme bei den Finanzinstituten. Anschliessend widmet sie sich den Auswirkungen. Sie zeigt auf, wie sich die Immobilienkrise zu einer weltweiten Finanzmarktkrise ausweiten konnte, von der die Realwirtschaft stark betroffen ist. In der Schweiz sind vor allem der Finanzsektor und die Exportindustrie betroffen. Im Schlussteil der Arbeit geht die Autorin auf die drei Stabilisierungspakete der Regierung und die notwendige Neugestaltung der Regulierungen der Finanzakteure ein. Die getroffenen Massnahmen der Schweizer Nationalbank beurteilt sie als positiv.

    Kommentar aus fachlicher Sicht

    Die Autorin setzt sich intensiv mit den Ursachen und Folgen der Wirtschaftskrise auseinander. Aufschlussreich ist ihre Beschreibung der Wechselwirkung zwischen Finanzsektor und der Realwirtschaft während der Krise. Die Beurteilung der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank zeigt, dass die Autorin die Wirkungsweise der geldpolitischen Massnahmen verstanden hat. In diesem Zusammenhang wäre es interessant gewesen, einzelne Punkte wie etwa die Stabilisierungsmassnahmen der Schweiz detaillierter zu analysieren.

    Kategorie:Kategorie 2
    Thema:Offenes Thema
    Art der Arbeit:Gymnasiale Maturaarbeit
    Autorenschaft:Einzelprojekt
    Schultyp:Gymnasium
    Schule:Gymnasium Kirchenfeld
    Verantwortliche Lehrperson:Urs Beutler
  • Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Flug- und Gastronomiebranche

    Patrick Blaser & Massimo Vecchiè betrachten in ihrer Maturaarbeit mit dem Titel «Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise 2008 untersucht am Beispiel der Flug- und Gastronomie­branche» ausgewählte Fallbeispiele, um die Auswirkung der Weltwirtschaftskrise auf die Flug- und Gastronomomie­branche zu analysieren. Nach einer knappen Skizzierung des Verlaufs der Wirtschaftskrise werden die zwei Branchen vertiefend untersucht. Dabei beschränken sich die Autoren auf die Fluggesellschaften Swiss und Easyjet sowie auf zwei lokale Restaurants und die international tätige Gastrokette McDonald’s. Diese Auswahl ist motiviert durch die Überlegung, dass eine Reduktion im verfügbaren Einkommen der Konsumenten zu einer höheren Nachfrage nach preiswerten Alternativen führt.

    Kommentar aus fachlicher Sicht

    Die grosse Stärke der Arbeit liegt in der Auswahl der Fallbeispiele. Die plausible und ökonomisch fundierte Einschätzung, dass aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds eine Veränderung im Konsumverhalten zu erwarten ist, führt zu einer überprüfbaren Hypothese. Deutlich gewonnen hätte die Arbeit hingegen von einer klareren Fokussierung auf diese Fragestellung.

    Kategorie:Kategorie 2
    Thema:Offenes Thema
    Art der Arbeit:Gymnasiale Maturaarbeit
    Autorenschaft:Gruppenprojekt
    Schultyp:Gymnasium
    Schule:Kantonsschule Zürich Unterland
    Verantwortliche Lehrperson:Herr Markus Jud
  • Konsumverhalten der Haushalte

    Krise – welche Krise? Zumindest bei den Kunden von Migros, Coop und Co. ist der grosse Nachfrageeinbruch ausgeblieben, so das Ergebnis von Vlora Ramadans Maturarbeit «Konsumverhalten der Haushalte». Um die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Konsum von Gütern des täglichen Bedarfs und der Unterhaltungsmedien zu untersuchen, hat sie Filialleiter sowie Besucher von Supermärkten über die Kaufgewohnheiten vor und während der Krise der Jahre 2008 und 2009 befragt. In den Antworten widerspiegeln sich Reaktionen auf die Wirtschaftskrise, aber auch allgemeine Konsumtrends: Eingekauft wird zwar nicht weniger, aber doch preisbewusster. In den Umsätzen der von der Autorin untersuchten Warenhäuser zeigt sich die Tendenz, dass Konsumenten vermehrt auf preisgünstige Produktlinien umsteigen, allerdings nur in geringem Ausmass.

    Kommentar aus fachlicher Sicht

    Vlora Ramadan hat für ihre Maturarbeit eine Befragung durchgeführt, die qualitative und quantitative Fragen umfasst. Die Analyse der Befragung basiert auf der Berechnung von Prozentanteilen aus den Antworten. Dank der grafischen Darstellung ist sie gut nachvollziehbar. Einleitend werden die Theorien des homo oeconomicus und die Maslowsche Bedürfnispyramide vorgestellt. Die theoretischen Ausführungen sind in sich stimmig, allerdings könnten sie im Bezug auf die Studienergebnisse noch näher diskutiert werden.

    Kategorie:Kategorie 2
    Thema:Offenes Thema
    Art der Arbeit:Gymnasiale Maturaarbeit
    Autorenschaft:Einzelprojekt
    Schultyp:Gymnasium
    Schule:Kantonsschule Solothurn
    Verantwortliche Lehrperson:Roberto Conti
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