Schweizerische Nationalbank

  • Island: Vom Wirtschaftswunder in den Staatsbankrott

    In seiner Maturaarbeit «Island: Vom Wirtschaftswunder in den Staatsbankrott» geht Matthias Schafer der Frage nach, weshalb Island so stark von der Finanzkrise betroffen ist. Aus diesem Grund untersucht er die politischen Massnahmen und die wirtschaftliche Entwicklung des isländischen Finanzplatzes in den 90er Jahren und im neuen Jahrtausend. Die Wirtschaft wurde liberalisiert und die grossen Banken wurden privatisiert. Die drei grossen Banken expandierten stark im Ausland und wuchsen dank Akquisitionen und unvorsichtiger Kreditvergaben schnell an. Dies führte dazu, dass die isländischen Finanzkonzerne einen viel höheren Verschuldungsgrad hatten als jene anderer Länder. Schon 2006 kam es zur sogenannten Geysirkrise und die weltweite Finanzkrise brachte Island an den Rand des Staatsbankrotts. Die wirtschaftlichen Folgen für die Bevölkerung sind verheerend.

    Kommentar aus fachlicher Sicht

    Der Autor beschreibt detailliert, wie Island seit den 90er Jahren so schnell wachsen konnte und weshalb es schlussendlich so stark von der Krise getroffen wurde. Er zeigt auf, wie die seines Erachtens unbedachte Liberalisierung der Finanzbranche und eine schwache Überwachung und Kontrolle der Finanzkonzerne ein ganzes Land in den Abgrund reissen konnten. In diesem Zusammenhang wäre interessant gewesen, die Rollen der Zentralbank und der Aufsichtsbehörde vor und während der Krise genauer zu untersuchen.

    Kategorie:Kategorie 2
    Thema:Offenes Thema
    Art der Arbeit:Gymnasiale Maturaarbeit
    Autorenschaft:Einzelprojekt
    Schultyp:Gymnasium
    Schule:Kollegium St. Michael
    Verantwortliche Lehrperson:Franz Brügger
  • Privatisierung von natürlichen Monopolen

    Eveline Hunziker und Samuel Dobmann untersuchen in ihrer Maturaarbeit «Natürliche Monopole – ist eine Privatisierung sinnvoll?», welche Lösung optimal ist in solchen Marktsituationen. Der Begriff natürliches Monopol beschreibt eine Marktsituation, bei der ein einziger Produzent ein Produkt zu tieferen Kosten bereitstellen kann, als dies im Falle mehrerer Produzenten möglich wäre. Ein Beispiel ist der Schienenverkehr, bei dem zuerst hohe Investitionskosten für das Schienennetz anfallen. In seiner Arbeit beschreibt das Autorenteam, wie ein Monopolist durch höhere Preise die Monopolrente abschöpft und dadurch die Gesamtwohlfahrt kleiner ist als bei vollständigem Wettbewerb. In natürlichen Monopolsituationen tritt oft der Staat als Anbieter auf. Durch die Privatisierung ehemaliger Staatsbetriebe erhofft man sich, dass diese effizienter arbeiten. Viele negative Beispiele aus der Vergangenheit zeigen jedoch laut Autoren, dass dieses Unterfangen problematisch sein kann. Deshalb empfehlen sie, dass der Staat nach wie vor die Preisregelung vorgibt und die Qualität überwacht.

    Kommentar aus fachlicher Sicht

    Die beiden Autoren erläutern ausführlich, weshalb Monopole die Gesamtwohlfahrt senken, und zeigen anhand von vielen negativen Beispielen, welche ungewollten Folgen eine unachtsame Privatisierung haben kann. Wichtige Punkte des Experteninterviews werden im Text wiedergegeben. Es wäre interessant gewesen, zum Beispiel anhand des Schienenverkehrs zu zeigen, welche Regeln und Voraussetzungen notwendig sind, damit die Privatisierung eines natürlichen Monopols die Gesamtwohlfahrt erhöht.

    Kategorie:Kategorie 2
    Thema:Offenes Thema
    Art der Arbeit:Gymnasiale Maturaarbeit
    Autorenschaft:Gruppenprojekt
    Schultyp:Gymnasium
    Schule:Neue Kantonsschule Aarau
    Verantwortliche Lehrperson:Marco Zerbst, Karin Möllmann
  • Von der Immobilienkrise zur Finanzkrise

    In seiner Maturaarbeit «Von der Immobilienkrise 06 zur Finanzkrise 08» untersucht Stefan Müller, weshalb sich die Immobilienkrise in den USA zu einer weltweiten Wirtschaftskrise ausweiten konnte. Er zeigt auf, wie falsche Anreize im Bankensektor und eine nachlässige Aufsichtsbehörde dazu führten, dass selbst Arbeitslose ohne Vermögen Kredite gesprochen bekamen. Finanzinstrumente wie die Verbriefung von Hypotheken ermöglichten den Handel mit normalerweise sehr illiquiden Anlagen. Diese Wertpapiere dienten im Interbankenmarkt als Sicherheit für Transaktionen. Das Platzen der Immobilienkrise liess auch den Interbankenmarkt zusammenbrechen. Der Grund dafür war, dass keine der Banken mehr wusste, wie viel Wert die eigenen Wertschriften und die der anderen Banken hatten. Zum Schluss erläutert der Autor die Massnahmen des FED (amerikanische Notenbank) und der amerikanischen Regierung.

    Kommentar aus fachlicher Sicht

    Der Autor setzt sich intensiv mit den Gründen und Ursachen der amerikanischen Immobilienkrise auseinander und zeigt auf, wie daraus die Finanzkrise entstehen konnte. Er erläutert mit einfachen Beispielen, wie die komplexen Kreditverbriefungsinstrumente funktionieren. Ihm gelingt ein guter Einblick in die nicht einfach zu durchschauende Welt der Finanzinstitute.

    Kategorie:Kategorie 2
    Thema:Offenes Thema
    Art der Arbeit:Gymnasiale Maturaarbeit
    Autorenschaft:Einzelprojekt
    Schultyp:Gymnasium
    Schule:Kollegium St. Michael
    Verantwortliche Lehrperson:Franz Brügger
  • Der Finanzausgleich

    Karin Tettamanti und Adrian Tschopp untersuchen in ihrer interdisziplinären Projektarbeit «Der Finanzausgleich», wie der Finanzausgleich zwischen Bund und Kantonen funktioniert. Dabei interessiert sie insbesondere, inwiefern der neue Finanzausgleich falsche Anreize setzt. Denkbar wäre beispielsweise, dass einzelne Kantone verleitet werden, ihre Ausgaben zu erhöhen, um höhere Beiträge zu erhalten. Zuerst fassen die Autoren die historische Entwicklung und die Ziele des Finanzausgleichs zusammen. Im Hauptteil widmen sie sich der genauen Ausgestaltung des 2008 eingeführten neuen Finanzausgleichs. Dabei zeigen sie für vier Kantone, wie der Ressourcenausgleich und der Lastenausgleich berechnet werden. Sie kommen zum Schluss, dass der neue Finanzausgleich dem alten überlegen ist und weniger Fehlanreize beim Investitionsverhalten der Kantone setzt.

    Kommentar aus fachlicher Sicht

    Die beiden Autoren geben einen umfassenden Überblick über den neuen Finanzausgleich und untersuchen, inwiefern er besser abschneidet als sein Vorgänger. Sie erklären sehr detailgenau die Ausgestaltung und Funktionsweise dieses Ausgleichs zwischen Bund und den Kantonen. Der Schlussteil mit den Vor- und Nachteilen des neuen Finanzausgleichs und der Beantwortung ihrer aufgeworfenen These fällt hingegen etwas kurz aus.

    Kategorie:Kategorie 2
    Thema:Offenes Thema
    Art der Arbeit:Interdisziplinäre Projektarbeit
    Autorenschaft:Gruppenprojekt
    Schultyp:Kaufmännische Berufsfachschule
    Schule:Kaufmännisches Bildungszentrum Zug
    Verantwortliche Lehrperson:Toni Camenzind
  • Flat Rate Tax

    Im Rahmen ihrer Maturaarbeit «Flat Rate Tax – Eine Analyse der Auswirkungen im Kanton Obwalden» untersucht Andrina Helfenstein die Auswirkungen der Einführung einer Flat Rate Tax. Als Flat Rate Tax wird eine Steuer bezeichnet, bei der jede Person den gleichen Steuersatz bezahlen muss. Im Jahr 2008 führte der Kanton Obwalden eine solche Steuer ein. Um die ärmeren Schichten zu entlasten, gewährt Obwalden einen Freibetrag von 10’000 CHF auf das steuerbare Einkommen. Zu Beginn gibt die Autorin einen kurzen Überblick über das Schweizer Steuersystem und die Vorgeschichte im Kanton Obwalden, die diesen veranlasste, als erster Schweizer Kanton eine Flat Rate Tax einzuführen. Um die Auswirkungen abschätzen zu können, hat sie selbst Fragebögen verfasst und an Gemeinden, Treuhänder und Einwohner verschickt. Die Auswertung ergibt, dass die Steuerbelastung für den Grossteil der Einwohner gesunken, der Arbeitsaufwand für das Ausfüllen der Steuererklärung aber gleich geblieben ist.

    Kommentar aus fachlicher Sicht

    Die Autorin analysiert umfassend die Auswirkungen der Einführung einer Flat Rate Tax. In ihrer aufwändigen empirischen Analyse untersucht sie, wie drei verschiedene Wirtschaftsgruppen von der Einführung der Flat Rate Tax betroffen sind. Mithilfe der Fragebögen ist es ihr möglich, einerseits die quantitativen Veränderungen der Steuerbelastung für drei Einkommenskategorien zu beleuchten und andererseits die subjektiven Eindrücke der Einwohner zu erfassen.

    Kategorie:Kategorie 2
    Thema:Offenes Thema
    Art der Arbeit:Gymnasiale Maturaarbeit
    Autorenschaft:Einzelprojekt
    Schultyp:Gymnasium
    Schule:Kantonsschule Sursee
    Verantwortliche Lehrperson:Jürg Regli
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