Schweizerische Nationalbank

  • Privatisierung von natürlichen Monopolen

    Eveline Hunziker und Samuel Dobmann untersuchen in ihrer Maturaarbeit «Natürliche Monopole – ist eine Privatisierung sinnvoll?», welche Lösung optimal ist in solchen Marktsituationen. Der Begriff natürliches Monopol beschreibt eine Marktsituation, bei der ein einziger Produzent ein Produkt zu tieferen Kosten bereitstellen kann, als dies im Falle mehrerer Produzenten möglich wäre. Ein Beispiel ist der Schienenverkehr, bei dem zuerst hohe Investitionskosten für das Schienennetz anfallen. In seiner Arbeit beschreibt das Autorenteam, wie ein Monopolist durch höhere Preise die Monopolrente abschöpft und dadurch die Gesamtwohlfahrt kleiner ist als bei vollständigem Wettbewerb. In natürlichen Monopolsituationen tritt oft der Staat als Anbieter auf. Durch die Privatisierung ehemaliger Staatsbetriebe erhofft man sich, dass diese effizienter arbeiten. Viele negative Beispiele aus der Vergangenheit zeigen jedoch laut Autoren, dass dieses Unterfangen problematisch sein kann. Deshalb empfehlen sie, dass der Staat nach wie vor die Preisregelung vorgibt und die Qualität überwacht.

    Kommentar aus fachlicher Sicht

    Die beiden Autoren erläutern ausführlich, weshalb Monopole die Gesamtwohlfahrt senken, und zeigen anhand von vielen negativen Beispielen, welche ungewollten Folgen eine unachtsame Privatisierung haben kann. Wichtige Punkte des Experteninterviews werden im Text wiedergegeben. Es wäre interessant gewesen, zum Beispiel anhand des Schienenverkehrs zu zeigen, welche Regeln und Voraussetzungen notwendig sind, damit die Privatisierung eines natürlichen Monopols die Gesamtwohlfahrt erhöht.

    Kategorie:Kategorie 2
    Thema:Offenes Thema
    Art der Arbeit:Gymnasiale Maturaarbeit
    Autorenschaft:Gruppenprojekt
    Schultyp:Gymnasium
    Schule:Neue Kantonsschule Aarau
    Verantwortliche Lehrperson:Marco Zerbst, Karin Möllmann